Herrenhaus
Dachlängssaussteifung mit Andreaskreuzen
Mittelsäule im zweiten Dachspeicher
ehemalige Stallanlagen

Baufortschritt am 07.09.2000

Freigut Troischau bei Roßwein, Herrenhaus und Stallanlagen
im Oktober 1999

Details des Dachtragwerkes

Baufortschritt am 31.01.2001

Überflug am 12.06.2001
(Luftlinie Leipzig-Dresden)

Luftbild

Roßweiner Starkoch träumt von einem Landgasthaus

Michelin-Tester kamen im Leipziger „Stadtpfeiffer" auf den Geschmack:
Detlef Schlegel ist jetzt der einzige ostdeutsche Sternekoch

Leipzig/Troischau. Er hat es ge-
schafft. Konnte die Auszeichnung
verteidigen, die für viele Köche das
Nonplusultra ist. Hat das Leipziger
Restaurant   „Stadtpfeiffer"   zur
Top-Adresse gemacht, an der auch
die gestrengen Tester des Miche-
lin-Reiseführers  nicht  vorbeika-
men. Detlef Schlegel aus Roßwein
ist der einzige ostdeutsche Sterne-
koch, der auch hier geboren ist.
Wer ihn treffen will, muss aller-
dings aufpassen, dass er nicht an
ihm vorbeirennt. Der unscheinba-
re 39-Jährige entspricht keinem
Klischee.
   Wer mit Schlegel redet, muss
Zeit mitbringen. Denn nicht erst
seit er regelmäßig im Fernsehen
kocht, weiß er, wie man geschickt
Fragen  umgeht.  „Luftschlösser
mag ich nicht", so seine Antwort
auf die Frage, wie weit seine Pläne
für das Freigut Troischau (Land-
kreis Döbeln) gediehen sind. Schle-
gel und seine Partnerin Petra Jür-
gens wollen dort ein kleines Hotel
bauen. Doch noch redet keiner viel
darüber. Schlegel ist ein Mann der
kleinen Schritte: Lehrjahren in der
Schweiz, in Baden und auf Sylt
folgte  das  erste  Engagement  in

Leipzig - in der „Mona Lisa". Dann
der „Stadtpfeiffer", wo er den Mi-
chelin-Stern erhielt.
   In den Händen lässt dieser sich
nur indirekt halten. „Da kommt
keiner vorbei und überreicht mir
eine Trophäe", so der Koch. Der
Stern ist nur ein Eintrag am Buch-
rand. Aber es gibt nur zwei sächsi-
sche Restaurants, die ihn vorwei-
sen  können.  Natürlich  hatten
Schlegel und seine Partnerin die
Spitze im Visier, als sie vor gut
zwei Jahren im Leipziger Gewand-
haus den „Stadtpfeiffer" wieder er-
öffneten. Doch einen Stern und da-
mit offiziell zur Eliteliga gehören?
„Dafür  brauchen   andere   im
Schnitt vier Jahre", so der Koch.
   Köche wie Schlegel sind keine
Handwerker. Schon eher Künstler.
Denn oft genug muss improvisiert
werden: „Wenn ich etwa Hummer
kaufe, mache ich mir natürlich Ge-
danken, wie ich den möglichst
frisch zubereite. Da verändert sich die Karte ständig." Oder aber Ma-
nager: „Ich stehe in der Küche und
leite eine ganze Reihe von Mitar-
beitern gleichzeitig an." Denn ei-
nes weiß Schlegel genau: „Den Er-
folg bringt kein Einzelner, für den
 

Erfolg sorgt die Mannschaft." Die
Mannschaft - das sind im „Stadt-
pfeiffer" zehn junge Leute.
   Talent wurde Schlegel, aus einer
Familie von Köchen stammend, in
die Wiege gelegt. „Wenn ich etwas
mache, dann muss es ordentlich
sein", sagt er. Übersetzt heißt dies:
Ich muss der Beste von allen sein.
Aber: „Wenn es hier noch zwei,
drei andere Köche mit diesem An-
spruch geben würde, dann wäre es
für mich leichter - schon beim Ein-
kauf." Ein Teil des Erfolgsgeheim-
nisses ist die Herkunft der Zutaten:
Das Gemüse kommt aus Dresden,
die Gänse stammen aus Schrebitz,
Kartoffeln aus Jahna.
   Manchmal hat Detlef Schlegel
auch einen Traum: „Irgendwo auf
dem Land, ein wunderschöner Hof.
Das Reh läuft übers Feld - und
dann brät es in der Pfanne." Mit
dem Freigut Troischau hat er ei-
nen Ort gefunden, wo er diesen
Traum gern wahr machen würde.
Aber er lässt sich damit Zeit. „Gas-
tronomie  der  Spitzenklasse  ist
schon in Leipzig ein Wagnis. Auf
dem Land ist das Risiko natürlich
noch größer."     
     Hagen Kunze

 

Freigut
Troischau

Roßwein